Schüler befragen Bundestagskandidaten

Auch vor den anstehenden Bundestagswahlen hat das Kinder- und Jugendparlament (KiJuPa) wieder eine Podiumsdiskussion mit den Kandidaten des hiesigen Wahlkreises 117 Dinslaken-Oberhausen in der Aula im Gustav-Heinemann-Schulzentrum veranstaltet. Das Angebot richtete sich an alle wahlberechtigten Schüler der weiterführenden Schulen mit Oberstufe. Anders als noch bei der Diskussion im Rahmen der Landtagswahl, war es bei diesem Mal vor allem an den Schülern im Publikum, ihre Fragen an die Bundestagskandidaten der verschiedenen Parteien zu stellen.

Auch vor den anstehenden Bundestagswahlen hat das Kinder- und Jugendparlament (KiJuPa) wieder eine Podiumsdiskussion mit den Kandidaten des hiesigen Wahlkreises 117 Dinslaken-Oberhausen in der Aula im Gustav-Heinemann-Schulzentrum veranstaltet. Das Angebot richtete sich an alle wahlberechtigten Schüler der weiterführenden Schulen mit Oberstufe. Anders als noch bei der Diskussion im Rahmen der Landtagswahl, war es bei diesem Mal vor allem an den Schülern im Publikum, ihre Fragen an die Bundestagskandidaten der verschiedenen Parteien zu stellen.

Das KiJuPa hatte alle acht hiesigen Bundestagskandidaten angefragt. Und alle nahmen sich Zeit, um den Erstwählern ihre politischen Programme vorzustellen: Dirk Vöpel (SPD), Marie-Luise Dött (CDU), Patrick Voss (Bündnis 90/Die Grünen), Roman Müller-Böhm (FDP) , Niema Movassat (Die Linke), Uwe Kamann (AfD), Wolf-Dieter Rochlitz (MLPD) und Karin Schäfer (Die Violetten) stellten sich den Fragen der Schüler. Den größten Applaus in der einleitenden Fragenrunde ernteten dabei wohl der 18-jährige Patrick Voss, der bis zum vergangenen Schuljahr selbst noch das Gymnasium im GHZ besucht hat und deshalb eine Art Heimspiel hatte, und FDP-Mann Patrick Müller-Böhm (24), der die, wie KiJuPa-Moderatorin Tessa Sählbrandt sie nannte „etwas persönlichere Frage: Klopapier: geknüllt oder gefalten?“ zur Vorstellung beantworten sollte. Seine Antwort ging im Lachen der Schülerschaft unter.

Lange Debatte um Cannabis

Die anschließende Diskussion aber wurde ernsthafter. Zu Beginn ging es um die Meinungen der Parteien zur Legalisierung von Cannabis. „Wir sind übereingekommen, dass es Cannabis bei Krankheiten auf Rezept gibt“, beantwortete CDU-Frau Marie-Luise Dött die Frage. „Ansonsten ist für mich aber ganz klar: keine Legalisierung der Einstiegsdroge.“ Ihre Aussage sorgte für ein Raunen im Zuschauerraum – und für eine längere Diskussion auf dem Podium. „Wir könnten die Ressourcen, die wir aufwenden, um Konsumenten strafrechtlich zu verfolgen, an anderen Stellen besser gebrauchen und so zum Beispiel die Drogenberatungsstellen finanziell unterstützen“, argumentierte Patrick Voss von den Grünen für die Legalisierung. „Wir möchten den Dealer arbeitslos machen“, ergänzte auch Müller-Böhm von der FDP. Die Schüler waren nach der Debatte auf dem Podium dazu aufgefordert, ihre Meinung mit Hilfe einer hochgehaltenen Abstimmungskarte kund zu tun: Rund 60 Prozent stimmten für die Legalisierung, 40 Prozent waren dagegen.

Weitere Fragen, die in der über zwei Stunden langen Diskussion aufkamen, waren: „Videoüberwachung, ja oder nein?“, „Wieso müssen Rentner Pfandflaschen sammeln, um im Alter überleben zu können?“ oder „Wie läuft das mit der medizinischen Versorgung von Flüchtlingen?“.

Ein Thema, das lange diskutiert wurde, war das nach Chancengleichheit im Bildungssystem. „Es kann doch nicht sein, dass ein Abitur aus Bayern mehr wert ist, als unseres“, war unter anderem zu hören. Die Abstimmung mittels Karten war hier eindeutig: Dinslakens Oberstufenschüler wünschen sich ein einheitliches Schulsystem für Deutschland.

Quelle: NRZ

Podiumsdiskussion zur Bundestagswahl

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„Hund oder Katze?“ – „Currywurst oder Bockwurst?“ – „Stilles Wasser oder Sprudel?“ Mit kurzen Entscheidungsfragen zu Beginn der heutigen Podiumsdiskussion in der Aula des Gymnasiums Hiesfeld gab das Moderatorenteam unseren Schülerinnen und Schülern die Gelegenheit, von den anwesenden Wahlkreiskandidaten einen persönlichen Eindruck jenseits aller Wahlkampfprogrammatik zu gewinnen. Die Fragesteller waren dem Großteil des Plenums nicht unbekannt: Theresa Sählbrandt, OHG-Schülerin (Q2) und Ansprechpartnerin des Arbeitskreises „Schule und Bildung“ des Kinder- und Jugendparlamentes Dinslaken (KiJuPa), sowie Joseph Rüffert, stellvertretender KiJuPa-Vorsitzender, frisch gebackener EBGS-Abiturient und im Rahmen der Schulkooperation Absolvent des Sozialwissenschafts-Leistungskurses am OHG, führten engagiert durch die Veranstaltung.

Wie schon bei der Podiumsdiskussion zur Landtagswahl in NRW im Mai dieses Jahres war das OHG der Einladung des Kinder- und Jugendparlamentes Dinslaken gerne gefolgt, so dass die Stufen Q1 und Q2 in Begleitung ihrer Stufenleiter und Sozialwissenschaftslehrer heute Vormittag geschlossen an der Wahlorientierungsveranstaltung in Hiesfeld teilnahmen. Für die knapp dreistündige Podiumsdiskussion hatte das Kinder- und Jugendparlament unter der Projektleitung von Lena Richartz (Klasse 10, EBGS) alle acht Direktkandidaten des Wahlkreises Oberhausen – Wesel III für die kommende Bundestagswahl gewinnen können: Nach einem von den Moderatoren angefragten Eingangsstatement zum Thema „Gleichberechtigung“ stellten sich Marie Luise Dött (CDU), Uwe Kamann (AfD), Niema Movassat (DIE LINKE), Roman Müller-Böhm (FDP), Wolf Dieter Rochlitz (MLPD), Karin Schäfer (DIE VIOLETTEN), Dirk Vöpel (SPD) und Patrick Voss (GRÜNE) den interessierten Fragen des Plenums. Diese deckten ein breites politisches Themenspektrum ab und reichten von der Frage nach der Haltung zur Cannabis-Freigabe über die Chancen und Risiken der Videoüberwachung, die kostenfreie medizinische Versorgung von Flüchtlingen und die Anerkennung des Klimawandels bis hin zum Kampf gegen die Altersarmut. Dabei wurden die jungen Zuhörerinnen und Zuhörer von den Moderatoren immer wieder dazu aufgefordert, zu einzelnen Themen in Form von Abstimmungen mit Meinungskarten selbst Stellung zu beziehen.

Nach einem Schlussstatement aller acht Kandidaten wurde die Veranstaltung gegen 14 Uhr auch von einer Kartenabstimmung beschlossen, die zur Freude der Initiatoren eindeutig den Erfolg des KiJuPa-Projektes dokumentierte: So beschied ein großer Teil der angehenden Erstwähler, sich am Ende der Wahlorientierungsveranstaltung besser informiert zu fühlen als vorher. Auch Theresa Sählbrandt zeigte sich zufrieden: „Wir hatten eine Vielzahl an verschiedenen Themen, die von den Politikern besprochen wurden, und ich fand es gut zu sehen, dass die Schülerinnen und Schüler Interesse gezeigt haben und es viel mehr Fragen aus dem Plenum als Zeit gab.“

A. Kleimann

Quelle: OHG-Dinslaken

Poesie-Punkte im Wettbüro

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Während im Haus des Handwerks noch Tapeten abgerissen und Wände getüncht werden, Kunst und Möbel die Treppen hochgeschleppt werden und die ersten Graffiti von Mrs. und Mr. Balloon schon erahnen lassen, wie dieses eigentlich dem Abbruch freigegebene Haus am Ende der Woche aussehen wird, wird unten im ehemaligen Wettbüro auf der Friedrich-Ebert-Straße 90 bereits Bier vom Brauprojekt 777 ausgeschankt. „KSL 2017: Wir sind die Ersten“, ruft Volker Bellingröhr vom Folktrio Pont Neuf.

Zusammen mit Thomas Baumann, Stefan Lücking und den üblichen Dutzenden von Instrumenten steht er inmitten von Picknickdecken und Bierbänken: Eine Woche lang ist das Wettbüro der zentrale Veranstaltungsort des Abendprogramms von Kunst statt Leerraum, aber Bühne und Bestuhlung im klassischen Sinne gibt es natürlich nicht. Wie im Haus des Handwerks lebt der Ort vom Kontrast des Verlassenen, Aufgegebenen und sich Zurückgenommen, Neubelebten. Auf der nicht mehr ganz weißen Wand flimmert in Endlosschleife „KSL vergiftet“, das gif-Video von Wittek über die KSL-Woche 2016. Erinnerung und Vorgeschmack, wie es wieder werden kann, wenn 45 Künstler ihr kreatives Potenzial zusammen bringen. Musik steht am Anfang des Abends, danach zählt das gesprochene Wort.

Joseph Rüffert und Tobias Reinartz moderieren den von der Stadtbibliothek Dinslaken unterstützten KSL-Poetry Slam. Die Mitwirkenden komen aus dem ganzen Ruhrgebiet, Slammer Moewenseele ist sogar aus Hamburg angereist. So unterschiedlich ihre Temperamente sind, so überraschend homogen sind ihre Textbeiträge in der ersten Runde: Ausgerechnet an einem Veranstaltungsort, wo an der Tür noch ein bedeutungslos gewordenen „Zutritt für Personen unter 18 Jahren verboten“-Schild klebt, setzen sie sich mit dem Alter auseinander. Felizitas Friedrich wirft einen Blick auf einen attraktiven Typen, der sich mit seinem Geburtsjahrgang 2000 als viel zu jung und bereits aus einer ganz anders aufgewachsenen Generation als die Studentin selbst entpuppt. Roberto Albrecht wünscht sich seine Kindheit zurück bis er erkennt, dass dieses Kind mit seinen Erinnerungen und Erfahrungen auch heute noch in ihm lebt. Und Zwergriese fragt sich, wo zwischen dem Streben nach Sicherheit und der Erschöpfung am Ende des Arbeitstags noch Platz für Träume ist. „Wir wollen mehr sehen im Leben als 16:9“, bricht er aus der abgestumpften Gewohnheit des vorgeblichen Erwachsenseins aus. So wie Moewenseele es schafft, „eine beliebige Trennung von der Exfreundin zu vollziehen“, Lena Richard vor ihrer Freundin die Masken fallen lässt und Jan Bühl-Becker nur zur Bundeswehr geht, um dort den Kommandanten klar zu machen, dass es auch bei Befehlen ein Zeichen des guten Tons ist, „bitte“ zu sagen.

Die zweite Runde, thematisch zwischen „Heimat“ und „Pornographie“ angesiedelt, verstärkt den Trend der ersten Runde: Felizitas Friedrich und Zwergriese werden vom Publikum ins Finale gepunktet. Pont Neuf lässt musikalisch die Whiskey-Gläser durch den Raum sausen.

Und dann heißt es „Hinaus in die Nacht, um zu fühlen“ gegen „Hinauf auf die Slam Bühne, um sich zu verändern und neu zu erfahren“. Mit ihrer wortgewandten, rhythmisch-pulsierenden Hymne ans doch nicht so erfüllte Nachtleben setzt sich die Bochumerin durch. Für die Gewinnerin gibt es ein Sixpack vom Brauprojekt. Felizitas Friedrich strahlt: „Der Preis gefällt mir.“

Quelle: NRZ

Dinslakens Jugendlichen ging es vor allem um bildungspolitische Themen.

Landtagskandidaten von SPD, Piraten, FDP, Linke, CDU, Grünen und AfD diskutierten mit Schülern in der Aula im Gustav-Heinemann-Schulzentrum FOTO: ERWIN POTTGIESSER

Die Aula im Gustav-Heinemann-Schulzentrum füllt sich. Anfangs noch zögerlich, dann immer zügiger betreten knapp 400 Oberstüfenschüler den Saal. Die Zeit drängt, Runde zwei ist zeitlich schon im Verzug – weil die Schüler des ersten Durchgangs so viele Fragen an die Politiker hatten. Die Schulglocke ertönt, das Gemurmel verhallt, die Landtagskandidaten setzen sich auf ihre Plätze auf dem Podium.

Stefan Zimkeit (SPD), Andreas Ronig (Piraten), Marc Hoff (FDP), Cigdem Kaya (Die Linke), Charlotte Quik (CDU, in Vertretung der hiesigen Landtagskandidatin Simone-Tatjana Stehr), Niklas Graf (Grüne) und Uwe Krins (AfD) sind der Einladung des Dinslakener Kinder- und Jugendparlamentes (KiJuPa) gefolgt. Sie wollen sich heute den Fragen der Schüler von Otto-Hahn-Gymnasium (OHG), Ernst-Barlach-Gesamtschule (EBGS), Theodor-Heuss-Gymnasium (THG), Gymnasium im Gustav-Heinemann-Schulzentrum (GHZ) sowie Berufskolleg Dinslaken stellen.

Den Schüler gibt die Podiumsdiskussion vor allem die Möglichkeit, Fragen aus ihrer Lebenswelt los zu werden. Es geht also vor allem um Bildung und Schule, aber auch darum, den Schülern die Aufgaben der Landespolitik zu verdeutlichen. Ein Auszug aus der Diskussion. „Was ist Landespolitik überhaupt?“, möchte Moderator und Journalist Michael Passon zum Einstieg in die Diskussion wissen. „Wir entscheiden unter anderem, ab wann ihr wählen dürft“, erklärt Stefan Zimkeit. Der SPD-Politiker ist seit sieben Jahren Mitglied des Landtags. Auch fördere Landespolitik die Jugendarbeit: Die Sanierung des Jugendheims in Lohberg nennt er als ein Beispiel. Ebenfalls setze die Landesregierung sich dafür ein, Bildung kostenfrei zu machen. „Die Studiengebühren haben wir bereits abgeschafft, auch wollen wir ein Azubi-Ticket einführen“, so Stefan Zimkeit weiter. „Wir als SPD sind der Meinung, die Mittel müssen in der Großstadt bleiben“, sagt Zimkeit und grenzt sich damit von seiner Mitdiskutantin Charlotte Quik von der CDU ab, die in ihrem Statement eingangs betont hatte, vor allem Politik für den ländlichen Raum zu machen und diesen unterstützen zu wollen.

„Wie erleben wir Kinderarmut in Dinslaken?“, fragt der Moderator außerdem und möchte die Frage von der Linken-Politikerin Cigdem Kaya beantwortet wissen. Die stellt heraus, dass landesweit jedes vierte Kind von Armut betroffen sei – dies sei auch in Dinslaken der Fall. In ihrer Antwort fordert sie kostenfreie Bildung und weniger Arbeiten im Billiglohnsektor, bessere, familienfreundlichere Arbeitszeiten und keine Ungleichbehandlung von Männern und Frauen. Außerdem fordere die Linke eine Abschaffung von Kita-Gebühren, verdeutlicht Cigdem Kaya.

Vor allem geht es um bildungspolitische Themen aus dem Umfeld der Schüler. Timo vom OHG wollte zum Beispiel wissen, warum Schüler in Nordrhein-Westfalen, im Gegensatz zu Schülern anderer Bundesländer, in vielen Tests so schlecht abschnitten. „Wir sind nicht bei allen Untersuchungen schlechter als andere Bundesländer“, antwortet SPD-Politiker Zimkeit und verweist auf das, was die rot-grüne Landespolitik bereits erreicht habe: In den vergangenen Jahren seien 7000 neue Lehrer eingestellt worden, auch habe man das Projekt „Gute Schule 2020“ auf den Weg gebracht, das mit einem Gesamtvolumen von zwei Milliarden Euro die Modernisierung, Digitalisierung und den Ausbau der kommunalen Schulinfrastruktur unterstützen solle.

Bei Marc Hoff stößt er mit dieser Aussage auf Gegenwind: „Die Situation an Schulen ist katastrophal“, findet der FDP-Politiker. Er spielt vor allem auf den häufigen Unterrichtsausfall an, der oft mit Eigenverantwortlichem Lernen (EVA) kompensiert werde. „Schön, wir haben eine Freistunde, ab nach Hause und schlafen“, kommentiert der 19-jährige Ilai von der EBGS dieses Eigenverantwortliche Lernen. Auch die Vertretung durch fachfremde Lehrer kritisiert er: „Was bringt mir das denn, wenn wir mehr Lehrer haben, aber die haben trotzdem keine Ahnung?“ Für seine ehrlich-direkten Aussagen erntet Ilai viel Applaus aus der versammelten Schülerschaft.

Quelle: RP

Unterhaltsame Mixtur zwischen Wortzauber und Musik

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Dinslaken.   Am Ende des Poetry-Slams im Café Kostbar konnte es nur einen Gewinner geben. Die Entscheidung lag beim Publikum, das per Handzeichen abstimmte.

Nachdem am Ende des Abends das Publikum über alle Teilnehmer des Poetry Slams per Handzeichen abgestimmt hat, steht Roberto Albrecht aus Essen als Gewinner des Pokals fest.

„Mein Leben ist wie ein Kartenhaus und ziehst du eine Karte raus, bricht alles zusammen“, hatte er in seinem tiefgründigem Text „Schwarz-Weiß“ formuliert. Gepunktet hatte er aber mit seinem zweiten Beitrag „Es gibt viel zu berichten von der AfD und fliegenden Giraffen“. Schon dessen Titel brachte die Gäste zum Lachen.

Die dümmsten Antworten aus einer Quizsendung
Als Albrecht dann noch anfing, die dümmsten Antworten aus einer Quizsendung zu zitierten, kamen die Gäste im Café Kostbar aus dem Lachen kaum noch heraus. „Nennen Sie ein gelb-schwarzes Insekt“, war eine der Fragen. Die Kandidatin habe „Giraffe“ geantwortet, erklärt Roberto Albrecht und amüsiert sich dann über den Gedanken von langhalsigen, fliegenden Giraffen, die im Sommer draußen stören.

Barbie kann durch die Zeit reisen oder ist unsterblich
Doch auch die anderen Slampoeten hatten einiges zu bieten. Gillian Kurz begeisterte die Gäste mit ihren Gedankengängen zum Leben der Barbie. „Entweder kann sie durch die Zeit reisen oder ist unsterblich“, folgerte sie angesichts der ewigjungen Puppenfrau. Wesentlich düster wurde es beim Auftritt von Fabian Schniederjürgen aus Köln. Mit finsterer Lyrik, nur bisweilen durch etwas Hoffnung durchbrochen, begeisterte aber auch er die Gäste.

Björn Biermann berichtete von seiner Unfähigkeit, Sachen fristgerecht zu erledigen. So verfasste er seinen ersten Beitrag kurz vor Beginn der Veranstaltung. „In der Zukunft schiebe ich nichts mehr auf – gleich morgen fange ich damit an“, beendete er seinen Beitrag.

Publikum durfte per Handzeichen abstimmen
Marc Strohm entführte die Gäste mit einem tiefsinnigen Text auf einen Friedhof im Wald, während Leah Korbas nicht nur über das eigene Leben und die Welt philosophierte, sondern auch von ihren Erfahrungen in der Fahrschule berichtete.

Über die einzelnen Beiträge durfte das Publikum dann per Handzeichen abstimmen: Ein Arm nach oben für einen guten, beide für einen sehr guten Text. „Wenn jetzt die Polizei vorbeikommt und das sieht, stürmen sie direkt den Laden“, ulkten die beiden Moderatoren Joshua Herrschaft und Joseph Rüffert – bis tatsächlich ein Wagen am Fenster des Cafés vorbei über die Duisburger Straße rollte. Gelächter beim Publikum.

Für dessen Unterhaltung sorgte Singer und Songwriter Rick Rocka mit Coversongs und Eigenkompositionen und erntete mit starker Stimme und Gitarrenbegleitung viel Applaus von den Gästen.

 

Quelle: NRZ

Im Brauhaus Rütershoff – So war der erste Poetry Slam von Cas Kultur

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CASTROP-RAUXEL „Wenn ich beim Poetry Slam auf der Bühne stehe, kann ich sagen, was ich abseits der Bühne am liebsten herausschreien würde, aber nicht kann“, sagt Joseph. Er ist einer von zwölf Teilnehmern, die beim ersten Castrop-Rauxeler Wortwettstreit von Cas Kultur mitgemacht haben. Wir waren mit der Kamera dabei.

Über 60 Menschen sitzen am Donnerstagabend im Brauhaus Rütershoff, und viele von ihnen sind aufgeregt. Weil sie gleich zum ersten Mal in ihrem Leben an einem Poetry Slam, einem Wettstreit mit Worten, teilnehmen werden – wenn auch an einer milden Version, die fast keine Regeln hat.

Da ist Marie (15), ein zierliches Mädchen mit blauen Haaren und rotem Ramones-Top, bei dem es „eine spontane Idee“ war, herzukommen. Marie liebt Horror, „weil man da nie weiß, was als nächstes passiert“. Ihr Text handelt von einer Puppe. Einem Albtraum.

Und da ist auch Justus (16), der einen kritischen Text über seine Heimat geschrieben hat, aufgebaut auf den Buchstaben, die Castrop-Rauxel ergeben.

Die Slammer im Brauhaus, es sind vor allem Schüler. Cas Kultur hat in den Schulen Werbung gemacht – und ist auf Interesse gestoßen. Aber da ist auch die Band Prellbokk, die ihren gesellschaftskritischen Song „Trendbereit“ vorträgt – ausnahmsweise mal ohne Musik. Dafür setzt „Bö“, der bärtige Mann mit den Tattoos, der harte Musik liebt, sogar seine Brille auf – und sieht plötzlich ganz zahm aus.

Laurine (19), die die Veranstaltung mitorganisiert hat, steuert ebenfalls einen Text bei. Den hat sie in fünf Minuten geschrieben – in einer der Pausen des Poetry Slams. „Da floss es plötzlich. Vorher fehlten mir Ideen und Worte.“

Der Applaus der Zuschauer trifft auf ein Dezibel-Messgerät. Teilweise sind es 0,1 Dezibel, die über die Platzierung entscheiden. Gewonnen, mit 103,6 Dezibel, hat am Ende Kaj (16), der gleich zwei Texte mitgebracht hat.

Auszug aus Kajs Text über eine Ballerina

Zum Gewinner wurde Kaj, als er über Introvertierte sprach: „Sie wissen viel, doch sagen nur das Wichtige. Reden nicht drumrum, sondern kommen auf den Punkt.“

Als Ipek Abali von Cas Kultur nach der Preisverleihung zu Julia (18) geht, um ihr zu sagen, dass es bei ihr mit Blick aufs Treppchen „wirklich sehr knapp“ war, sagt Julia: „Aber Ipek, darum geht’s doch nicht.“ Die Teilnehmer konnten auf der Bühne darüber sprechen, was sie bew9egt. Und in den Pausen war es plötzlich kein Monolog mehr. Da waren dann Dialoge. Eine Fortsetzung ist angedacht.

Quelle: Ruhrnachrichten

Um den Pokal geredet

Dinslaken. In Dinslaken und Umgebung mag man es offenbar, wenn viele Worte gemacht werden. Die Kostbar – das kleine Café auf der Duisburger Straße mit wachsendem Kulturprogramm – platzte bei „Poetry + Musik“ am Freitag aus allen Nähten. Fünf Poetry Slammer redeten nicht um den heißen Brei, sondern um den goldenen Wanderpokal. Eine der Neuerungen, die Initiator und Organisator Joseph Rüffert aus der Sommerpause mitbrachte.

Dass er übrigens auch selbst ein geschickter Hochseilakrobat zwischen den Zeilen ist, bewies der 18-Jährige mit seinem Impro-Slam nach der Pause. Aus den Publikumszurufen „Metzgerei“, „Gartenzwerg“, „Einhornmelkmaschine“ und „Bärenkatapult“ einen ernsthaften, engagierten Appell gegen die Gleichgültigkeit gegenüber der Flüchtlingskatastrophe im Mittelmeer zu machen, alle Achtung!

Und gleiches gilt auch für das Teilnehmerfeld um den Wanderpokal. Den nimmt bis zum nächsten „Poetry + Musik“ Anita Decker mit nach Hause. Die Dinslakenerin mit Bühnenerfahrung im Jugendclub der Burghofbühne überzeugte das Publikum mit „etwas ganz persönlichem“ – ihrer neuen Zahnbürste. Weil es eigentlich für sie beim Discounter um die Wurst gegangen sei, dort aber im Regal verirrt, vergessen und so schön eine Zahnbürste gelegen hätte – Model „Hello Kitty“. Die alte Bürste zuhause wird vor Eifersucht zugrunde gehen.

Sehr persönlich, allerdings auf einem ernsthaften Level, auch die Beiträge der zweitplatzierten Lena Richartz. Die 15-Jährige aus Oberhausen, nach eigenen Angaben „in Selbstzweifeln hochbegabt“, hinterfragte gängige Schönheitsideale („wer sagt, dass normal nicht variierbar ist?“) und trug vor, was Familie und Nachbarn ihr über die Definition von Liebe sagten, denn „die Leute, die Gefühle zeigen, sind die stärksten von uns allen“.

Paula Heddenhausen hinterfragte Globalität und kulturelle Vielfalt anhand eines Cappuccino Frappés. Gillian Kurz verbrachte eine Französischstunde als Lama und Franz Görtz, mit 68 Jahren der älteste Teilnehmer, hielt eine bitterböse „Ode  an den Wahlkampf“.

Aber Worte sind nicht alles. Das gilt auch für „Poetry + Musik“. Zwischen jedem Textbeitrag gab es Musik von The Madcaps. Eigentlich ein Duo in der Besetzung Gesang/E-Gitarre und Schlagzeug, in der Kostbar trat Sängerin Holly Hellrose solo auf. Ein Akustikset. Aber die Dynamik des selbst geschriebenen Materials und Hollys Stimme, in der Technik und Ausdruck in bemerkenswerter Balance liegen, ließen keinen Zweifel: Diese Songs rocken.

Anita Decker und der „Qualifikant“ der offenen Slam-Runde vom Freitag, Björn Biermann, werden beim nächsten „Poetry + Musik“ dabei sein, Moderator Tim Percovic dagegen nicht mehr. Er übergab den Staffelstab am Ende der Veranstaltung an seinen Nachfolger.

Quelle: NRZ

Stufe zehn auf dem Applausbarometer

RP

Im Café Kostbar traf moderne Dichtung auf Rock und Pop auf Akustikgitarren.

„Wenn Poetry Slam in anderen Städten funktioniert, warum nicht auch in Dinslaken?“, fragte sich Joseph Rüffert und organisierte nach fünf Auftritten bei anderen Veranstaltungen mit „Poetry und Musik“ am Freitag im Café Kostbar einfach selbst einen Slam-Abend. „Ich finde Poetry Slam cool“, sagt der 17-Jährige – und da ist er nicht der einzige. Das Café war so voll, dass selbst die zusätzlich herbei geholten Stühle nicht ausreichten, damit jeder Zuschauer einen Sitzplatz hatte.

Der Name der Veranstaltung, die als monatlich stattfindende Reihe geplant ist, ist wörtlich gemeint: „Poetry und Musik“ ist kein klassischer Poetry Slam, da hier der Wettbewerb fehlt. Nachdem Moderator Tim Perkovic die zehn Stufen des Applausbarometers getestet hatte, war die Bühne frei für die jungen Künstler – die meisten von ihnen waren erst 16 oder 17 Jahre alt – die bei aller Verschiedenheit eines gemeinsam hatten: Sie sind kreativ, begabt, selbstbewusst, haben etwas zu sagen und zeigen, dass Worte ihre Sprache sind.

Marc Strohm sinnierte über den schlimmen Spuk im Schülerkopf, auch Leistungsdruck genannt, und über G8, das er als „Gefängnis in acht Jahren“ bezeichnete, Marie Ließ rebellierte mit „Die Matrix alias die Konditionierung“ gegen all die „Ich muss“ und „Das macht man so“-Phrasen. Kaj Väisänen, 15 Jahre alt und halber Finne, widmete sich den Leisen und Introvertierten und zeigte humorvoll, dass sie alles andere als Langweiler sind, sondern starke Stützen für die Gesellschaft, denn „Ruhe braucht jeder Mensch, mehr als den Lärm der Welt“.

Joseph Rüffert machte sich sozialkritisch für die Außenseiter der Gesellschaft stark, tolerierte alles außer Intoleranz und appellierte an die Barmherzigkeit der Menschen. Michelle Kraft gab dem Publikum einen sehr ehrlichen Einblick in ihren eigenen Perfektionismus. Angst, nicht gut genug zu sein, brauchte sie am Freitag nicht zu haben – die Zuschauer waren von ihr und den anderen Poeten begeistert.
Dass auch Musik poetisch sein kann, bewies Sängerin Ylva, die mal mit Gitarrist Robin, mit dem sie das Duo „Ungekämmt“ bildet, mal mit Max Schuster (ebenfalls Gitarre) zwischen den einzelnen Slams für berührende musikalische Momente sorgte. Lieder wie „I see fire“ oder „No woman no cry“ passten toll zu Ylvas ausdrucksstarker Stimme. Sie gab den Interpretationen einen eigenen Stil.

Das letzte Wort hatte Slammer Matthias Vogt. Als das Applausbarometer für die Künstler am Ende Stufe zehn erreichte, machte das die Wortakrobaten einen Moment lang sprachlos – zumindest bis zur wohlverdienten Zugabe.

Der nächste Abend „Poetry und Musik“ findet am 1. Juli, Beginn 18 Uhr, im Café Kostbar statt.

Quelle: RP

Spuk in der Matrix

Poetryslammer-und-Akustikmusiker-Abend

„Wenn Poetry Slam in anderen Städten funktioniert, warum nicht auch in Dinslaken?“, fragte sich Joseph Rüffert und organisierte nach fünf Auftritten bei anderen Veranstaltungen mit „Poetry und Musik“ am Freitag im Café Kostbar einfach selbst einen Slam-Abend. „Ich finde Poetry Slam cool“, sagt der 17-Jährige – und da ist er nicht der einzige. Das Café war so voll, dass selbst die zusätzlich herbei geholten Stühle nicht ausreichten, damit jeder Zuschauer einen Sitzplatz hatte.

Der Name der Veranstaltung, die als monatlich stattfindende Reihe geplant ist, ist wörtlich gemeint: „Poetry und Musik“ ist kein klassischer Poetry Slam, da hier der Wettbewerb fehlt.

Nachdem Moderator Tim Perkovic die zehn Stufen des Applausbarometers getestet hatte, war die Bühne frei für die jungen Künstler – die meisten von ihnen waren erst 16 oder 17 Jahre alt – die bei aller Verschiedenheit eines gemeinsam hatten: Sie sind kreativ, begabt, selbstbewusst, haben etwas zu sagen und zeigen, dass Worte ihre Sprache sind.

Marc Strohm sinnierte über den schlimmen Spuk im Schülerkopf, auch Leistungsdruck genannt, und über G8, das er als „Gefängnis in acht Jahren“ bezeichnete, Marie Ließ rebellierte mit „Die Matrix alias die Konditionierung“ gegen all die „Ich muss…“ und „Das macht man so“-Phrasen.

Kaj Väisänen, 15 Jahre alt und halber Finne, widmete sich dem Leisen und Introvertierten und zeigte humorvoll, dass sie alles andere als Langweiler sind, sondern starke Stützen für die Gesellschaft, denn „Ruhe braucht jeder Mensch, mehr als den Lärm der Welt“.

Joseph Rüffert machte sich sozialkritisch für die Außenseiter der Gesellschaft stark, tolerierte alles außer Intoleranz und appellierte an die Barmherzigkeit der Menschen. Michelle Kraft gab dem Publikum einen sehr ehrlichen Einblick in ihren eigenen Perfektionismus. Angst, nicht gut genug zu sein, brauchte sie am Freitag nicht zu haben – die Zuschauer waren von ihr und den anderen Poeten begeistert.

Dass auch Musik poetisch sein kann, bewies Sängerin Ylva, die mal mit Gitarrist Robin, mit dem sie das Duo „Ungekämmt“ bildet, mal mit Max Schuster (ebenfalls Gitarre) zwischen den einzelnen Slams für berührende musikalische Momente sorgte. Lieder wie „I see fire“ oder „No woman no cry“ passten toll zu Ylvas ausdrucksstarker Stimme. Sie gab den Interpretationen einen eigenen Stil.

Das letzte Wort hatte Slammer Matthias Vogt. Als das Applausbarometer für die Künstler am Ende Stufe zehn erreichte, machte das die Wortakrobaten einen Moment lang sprachlos – zumindest bis zur wohlverdienten Zugabe.

Der nächste Abend „Poetry und Musik“ findet am 1. Juli 2016 um 18 Uhr im Café Kostbar statt.

Quelle: NRZ